Große Enttäuschung nach der Schließung des Treffs
Das 3-Generationen-Projekt in Trägerschaft der Informa gGmbH wurde bisher als Modellvorhaben im Rahmen der Sozialen Stadt mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, des rheinland-pfälzischen Ministeriums des Innern, für Sport und Infrastruktur und der Stadt Neuwied gefördert. Weitere Unterstützung gab es vom Jobcenter Neuwied.
Alexandra Heinz, die Quartiermanagerin der südöstlichen Innenstadt, bedankte sich bei Projektleiterin Ina Weber und ihren Mitarbeitern für die engagierte und wichtige Arbeit im Stadtteil. Vor allem als Treffpunkt für alle Altersgruppen, für Vereine und Arbeitskreise hatte sich das Bootshaus am Pegelturm erfolgreich etabliert, nicht zuletzt wegen der besonders menschlichen Atmosphäre. In den letzten Tagen äußerten sich deshalb einige Gruppen sehr enttäuscht über die Schließung des Projektes.
Auch Alexandra Heinz bedauert die Entwicklung sehr: „Ein Treff, der offen ist für alle, mit einem Raum für Veranstaltungen, ist wichtig für meine Arbeit und die Entwicklung des Stadtteils.“ Gut ein Jahr lang lief die intensive Suche nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten, denn die Mittel für das Modellvorhaben waren nur für 3 Jahre bewilligt. Die Verlängerung der Förderung war ausgeschlossen. Noch im Herbst 2010 schien es sicher, dass man das Projekt aus verschiedenen Förderquellen weiter finanzieren könne. Doch dann verschwanden im vergangenen Jahr mit einschneidenden Änderungen in der Förderlandschaft nach und nach die Perspektiven.
„Wir haben gemeinsam alles Mögliche versucht, um den Fortbestand des Projektes zu sichern“, sagt Ina Weber. Dass sich dies wegen der vergleichsweise hohen Fixkosten in dem besonders großen Projekt sehr schwierig gestaltete, bestätigt auch Alexandra Heinz. Sie hatte bereits im Vorfeld gemeinsam mit dem Träger die Konzeption der Angebote im Bootshaus auf Einsparmöglichkeiten geprüft und entsprechend angepasst. Es sollte eine dauerhaft tragfähige Lösung sein. Trotzdem blieben zu hohe Sach- und Personalkosten, die weder die Stadt noch der Träger aufbringen konnte. Dies bedeutete das Aus für das 3-Generationen-Projekt im Bootshaus.
Informa hat für den Stadtteil aber weiterhin seine Unterstützung angeboten. Die zuletzt für das Projekt gesammelten Spenden wird der Träger in Form von Dienstleistungen oder kleinen Projekten zweckentsprechend dem Stadtteil zuführen. „Unsere Aufgabe in den nächsten Monaten wird die Suche nach einem geeigneten Ort für einen neuen Stadtteiltreff sein“, meint Alexandra Heinz. Sie hofft hierbei auf Unterstützung aus dem Stadtteil, damit bald eine Lösung in Sicht ist. Wenn Räume gefunden sind, möchte sie den Treff gemeinsam mit den Bewohnern aufbauen und gestalten.